Hinweis an unsere Kunden in Zypern: Die Londoner Filialen sind noch offen.

Die letzte Woche war nicht einfach für uns alle und von der Seite der Vermögensverwaltung möchten wir Sie, geschätzte Kundinnen und Kunden, unseres vollen Mitgefühls versichern. Nun müssen wir mit der neuen Situation umgehen, aber ich bin sicher, gemeinsam finden wir einen Ausweg.

Der entscheidende Grund zum Optimismus besteht in der erneut demonstrierten völligen Unfähigkeit der europäischen Bürokratie. Diese ist mit zweitklassigen Figuren bestückt und verhält sich auch so. Das schafft Freiräume für kreative Lösungen.

Wollte man dem Problem einen Namen geben, so würde man es Olli Rehn nennen. Als Erweiterungskommissar war er zuständig für die Aufnahme von Ländern wie Bulgarien und Rumänien, von denen bis heute niemand sagen kann, welche Standards sie eigentlich erfüllt haben. Da in Finnland Olli Rehn niemand zurück haben will, ist er nun Währungskommissar und als solcher für das Zypern-Problem zuständig. Von ihm kommt etwa der Vorschlag, den Griff in die Kassen der Banken möglichst gering zu halten, unter 10%. Dabei weiß eigentlich jeder, der einmal eine Bank überfallen hat, dass man gleich möglichst viel mitnehmen sollte, denn es könnte die letzte Gelegenheit sein. Zu hoffen, es werde nicht auffallen und danach wird alles wieder so sein wie vorher, ist etwas naiv.

In dieser Naivität und Ferne zur Realität besteht unser Vorteil. Liebe Kunden mit Konten in Zypern, geht einfach, um Geld abzuheben, zu den Londoner Filialen der Zyprischen Banken. Diese waren auch die ganze letzte Woche offen und es konnte dort problemlos Geld abgehoben werden. In der EU ist man anscheinend nicht mit dem Filialbanksystem vertraut und ist daher nicht auf die Idee gekommen, die offensichtlichen Möglichkeiten der Geldverschiebung zu verhindern.

Eine ähnlich profunde Unkenntnis der Finanzmärkte demonstrierte gestern der niederländische Finanzminister, der ankündigte, man wolle in Zukunft ebenso verfahren wie in Zypern und die großen Kontoinhaber rasieren. Er spricht wie ein Bankräuber, dem ein Erfolg zu Kopf gestiegen ist und nun so keck ist, den nächsten Raub bereits frühzeitig anzukündigen. Das wird aber allenfalls dazu führen, dass in den Banken schwacher Länder bald kein Geld mehr ist und die Probleme nur noch verschärft werden.

Die EU wird dank ihrer Realitätsferne nicht nur in Zypern nicht so viel holen wie gedacht, sondern auch in Zukunft kaum in der Lage sein, sich zu bedienen.

Große Bürokratien engen eben nur für die breite Masse die Freiheit ein. Die Gewitzten finden durch sie umso leichter ihren Weg.

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